Feuerlöscher Pflicht – alle Informationen – wann, wieso und wie?

Wann ist es erforderlich einen Feuerlöscher zu haben, welche Unterschiede gibt es bei den verschiedenen Löschgeräten und was sollte sonst noch beachten werden. Lesen Sie hier welche Pflichten und anderen wichtigen Informationen es rund um das Thema Feuerlöscher gibt.

Wozu gibt es eine Feuerlöscherpflicht?

Brandherde können an vielen Stellen auftreten: defekte elektrische Geräte, zu heiß gelaufene Motoren oder zugestellte Lüftungsschlitze von Kühlschränken oder Produktionsgeräten. Die Beispiele zeigen nur eine kleine Auswahl an Ursachen auf, die alle das Potential bergen einen Brand auszulösen.

Daher ist es wichtig den Gefahren vorzubeugen und zugleich Möglichkeiten zu schaffen das Ausbreiten eines Brandes zu verhindern. Um die Risiken und Konsequenzen eines Brandes einzudämmen, gibt es zahlreiche gesetzliche Bestimmungen für Betriebe, Wohnraum und Fahrzeuge, die zum Teil in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich geregelt sind.

Vorschriften in Haushalten

Vorschriften für das Eigenheim

Ein Feuerlöscher im privaten Haushalt ist keine Pflicht. Aus Sicherheitsgründen wird jedoch geraten sich einen Feuerlöscher zu kaufen sowie das Haus mit ausreichend Feuermeldern auszustatten. Die Installation von Rauchmeldern ist inzwischen in Deutschland bundesweit verpflichtend eingeführt worden.

Insbesondere in Küchen ist der Einbau eines Feuermelders überlegenswert, da es dort am häufigsten zu Bränden kommt. Sollten Sie eine Ölheizung haben, ist es insofern auch hilfreich einen Feuerlöscher dort als Vorsichtsmaßnahme parat zu haben.

Feuerlöscher Pflicht Haushalt

Vorschriften für Mietshaus

In Mietshäusern gibt es ebenfalls keine Pflicht einen Feuerlöscher vorrätig zu haben. Eine freiwillige Anschaffung kann sich aber als durchaus nützlich herausstellen. Im Gegensatz dazu ist es allerdings obligatorisch, dass Rauchmelder in den Wohnräumen und Fluren angebracht sind.

Die Küche ist dabei häufig bei der Rauchmelderpflicht ausgenommen, da herkömmliche Rauchmelder oft bereits bei einer großen Menge Wasserdampf oder bei der Rauchentwicklung während des Fleischbratens einen (Fehl-)Alarm auslösen.

Feuerlöscher Pflicht im Auto

In Deutschland gibt es keine Pflicht einen Feuerlöscher im PKW mitzuführen. Allerdings regeln das einige EU Nachbarstaaten etwas anders. Auch wenn Sie nur planen das jeweilige Land zu durchqueren, sollten Sie sich der Vorschrift bewusst sein, um hohe Strafen zu verhindern.

Länder wie Griechenland, Island, Lettland, Litauen und Serbien haben eine gesetzliche Vorschrift, einen Feuerlöscher im Auto zu haben. In Belgien hingegen gilt die Verpflichtung nur für im Land gemeldete Fahrzeuge.

Eine Empfehlung für das Mitführen eines Feuerlöschers für Notfälle gibt es in Dänemark, Norwegen, Schweden und Ungarn.

Vorschriften für Gewerbe

Unternehmen sind gesetzlich dazu verpflichtet ausreichend Feuerlöscher vorrätig zu haben. In Bezug zum Brandschutz müssen Betriebe zudem Ihrer Pflicht nachkommen und bestimmte Räumlichkeiten mit einem Rauchmelder ausstatten.

Die Feuerlöscher-Pflicht besteht sobald ein Unternehmer mindestens einen Mitarbeiter beschäftigt. Diese Regelung trifft ebenfalls auf Freiberufler zu, die Aushilfen beschäftigen oder eine Putzkraft für wenige Stunden monatlich eingestellt haben. Dabei ist es unwichtig, ob es sich um ein Büro, eine Produktion oder ähnliches handelt.

Grundsätzlich gilt, dass die Sicherheit von Personen stets wichtiger ist als das Inventar. Um allgemein kein Risiko einzugehen, sollten Unternehmen im Vorfeld alle möglichen Vorkehrungen treffen, damit ein Brand nicht entsteht bzw. sich nicht ausbreitet und somit größeren Schaden anrichten kann.

Allgemeine Tipps für die Arbeitssicherheit

In Firmen sind häufig Brandschutzbeauftragte und Ersthelfer eingesetzt. Bei diesen Personen handelt es sich um Angestellte, die eine Zusatzqualifikation abgeschlossen haben. Ab einer gewissen Personenzahl und erhöhten Unfallgefahr ist die Anwesenheit eines Betriebssanitäters erforderlich. In Bezug auf den Schutz gegen Brände sollten in einem Betrieb mit normaler Brandgefahr 5% der Angestellten zu Brandschutzhelfern ausgebildet werden.

Wegbeschreibungen zu den Feuerlöschern sowie Flucht- und Rettungswegpläne müssen an geeigneten Stellen ausgehangen werden. Die Mitarbeiter müssen darüber hinaus in geregelten Abständen eine planmäßige Übung durchführen.

Entscheidend ist, dass Sie sich vielmehr mit dem Thema auseinandersetzen. Es gibt verschiedene Brandursachen, die auf unterschiedliche Art und Weise gelöscht werden müssen. Des Weiteren sollten Sie die Sprühzeit eines Feuerlöschers nicht überschätzen; diese dauert meist nur wenige Sekunden an.

Was gibt es zu berücksichtigen?

Vor dem Kauf eines Feuerlöschers müssen Sie sich ausgiebig mit dem Thema auseinandersetzen, damit die Gefahr eines Brandes verringert und nicht durch Anwendungsfehler vergrößert wird. Fragen Sie bei Ihrer örtlichen Feuerwehr nach, ob sie Schulungen zum Thema Brandschutz anbietet.

Insbesondere Unternehmer sollten fachmännischen Rat bei der Anschaffung und Installation holen, da sie die Verantwortung tragen. Sollten nicht ausreichend Feuerlöscher vorhanden sein, können hohe Bußgelder auf einen zukommen oder im Falle eines Brandes sogar schlimmere Konsequenzen drohen. Dadurch ist das Leben und die Gesundheit der Mitarbeiter

Es gibt verschiedene Brandursachen, die unterschiedlich bekämpft werden müssen. Zum Beispiel darf zum Löschen von brennendem Fett in der Bratpfanne unter keinen Umständen Wasser oder Mehl herangezogen werden, da sich das Feuer explosionsartig ausbreiten würde.

Um Vorkehrungen in Bezug auf die Brandsicherheit zu treffen, ist es wichtig die verschiedenen Brandklassifizierungen zu kennen und zu wissen, welche Art von Feuerlöscher für welche Klasse eingesetzt werden kann.

Brandklassen

brandklassenDie Brandklassen werden in fünf verschiedene Kategorien eingeteilt. Um sie einfach zu unterscheiden, sind sie zusammengefasst in Brandklasse ABrandklasse F.

  • A: feste Stoffe (Papier, Holz, Kohle, Textilien, Stroh)
  • B: flüssige und flüssig werdende Stoffe (Wachs, Alkohol, Benzin, Kunststoffe, Lacke)
  • C: Gase und gasförmige Stoffe (Erdgas, Propan, Butan, Wasserstoff)
  • D: Metalle (Aluminium, Magnesium, Natrium)
  • F: Fette, Speiseöl

Anzahl der Feuerlöscher

Die Bestimmung der passenden Anzahl an Löschgeräten für jedes Unternehmen ist von mehreren Faktoren abhängig. Zum einen spielt die Einstufung der Brandgefährdung im gewerblichen Bereich eine Rolle, zum anderen ist die Quadratmeterzahl der Arbeitsfläche entscheidend.

Die zu ermittelnde Größe ist nicht die Anzahl der Feuerlöscher, sondern die notwendigen Löschmitteleinheiten (LE). Auf dem Gerät ist angegeben wie viele Einheiten (bis zu 15 LE) eine Flasche enthält.

Eine Beispielsrechnung für ein Büro mit der niedrigsten Brandgefährdungsstufe sieht wie folgt aus:

Arbeitsfläche im m² Löschmitteleinheiten (LE) Anzahl Feuerlöscher
50 6 1 (mit 10 LE)
100 9 1 (mit 10 LE)
200 12 2 (mit 10 LE)
500 21 3 (mit 10 LE)
1000 36 4 (mit 10 LE)
Je weitere 250 + 6

 

Dies ist aber nur eine Beispielsrechnung. Bei der Berechnung sollten Sie sich an einen Experten wenden, damit Sie eine realistische Einschätzung der Brandgefährdung erhalten und dementsprechend stets ausreichend Feuerlöscher zum Löschen bereitstehen. Weitere wichtige Infos rund um das Thema Brandschutz finden Sie unter: www.arbeitsschutz-zentrum-petrich.de/brandschutz/ oder kontaktieren Sie uns direkt.

Welche Unterschiede gibt es bei Feuerlöschern?

Feuerlöscher-Arten

Bei den Löschgeräten gibt es verschiedene Arten. Darunter gibt es: Wasserfeuerlöscher, Schaumfeuerlöscher, Fettbrandfeuerlöscher, Kohlendioxidlöscher, Pulverfeuerlöscher, Metallbrandfeuerlöscher.

Pulverlöscher werden noch einmal in drei Kategorien unterschieden:

  •  ABC-Pulverfeuerlöschern (einsetzbar bei Glutbrand)
  •  BC-Pulverfeuerlöscher (gegen Flammbrand)
  •  D-Pulverfeuerlöscher (anwendbar nur bei Metallbränden)

Am häufigsten werden Feuerlöscher mit Pulver und Schaum eingesetzt. Die meisten Feuerlöscher mit Pulver sind indes einsetzbar für Brände der Kategorien A, B und C. Schaumlöscher eignen sich hingegen eher bei den ersten beiden Brandtypen (A, B).

Fettbrandfeuerlöscher sind insbesondere für Fettbrände geeignet (Klasse F) und Metallbrandfeuerlöscher können, wie der Name sagt, nur bei brennendem Metall (D) eingesetzt werden.

Der Kohlenstoffdioxidlöscher (zur Bekämpfung von flüssigen Stoffen) sollte mit Vorsicht benutzt werden, da dabei große Mengen an CO2 freigesetzt werden, die in geschlossenen Räumen eine lebensbedrohliche Situation hervorrufen können.

Weiterhin ist der Einsatz von Wasser(feuerlöschern) nur bei festen Stoffen (Kategorie A) sinnvoll, während sich Löschdecken als Brandbekämpfungsmittel für A- und B-Brände eignen.

Pulverfeuerlöscher können beim Bekämpfen von zahlreichen Brandursachen eingesetzt werden. Das dazu freigesetzte Salz-Pulver-Gemisch verursacht allerdings massive Verunreinigungen und lässt sich im Gegensatz zu Schaumresten nur schlecht entfernen. Dafür sind Schaumfeuerlöscher aber bei weniger Brandklassifizierungen und nicht immer bei frostigen Temperaturen einsetzbar.

Feuerlöscher-Bautypen

Gesetzliche Vorschriften

Unter den Feuerlöscher-Bautypen gibt es zwei Arten: Dauerdruckfeuerlöscher und Auflade-Feuerlöscher.

Bei dem Dauerdruckfeuerlöscher steht das Gebinde von Löschmittel und Treibmittel dauerhaft unter Druck. Im Gegensatz dazu muss der Auflade-Feuerlöscher vor dem Gebrauch erst aktiviert werden. Bei einem solchen Feuerlöscher befindet sich im Inneren noch eine zusätzliche Gasdruckpatrone, die erst gezündet werden muss, bevor die Löschmittelsubstanz versprüht wird.

Die zusätzliche Gasdruckpatrone ist daher auch verantwortlich für das höhere Gewicht im Vergleich zu den Dauerdrucklöschern. Auflade- Feuerlöscher sind zudem kostspieliger in der Anschaffung, punkten allerdings in Bezug auf eine geringere Wartungsanfälligkeit und eine höhere „Lebenserwartung“.

Vorgeschriebene Wartungspflicht

Alle 2 Jahre muss eine Prüfung eines Sachverständigen erfolgen. Wurde er in der Zwischenzeit benutzt, steht ebenfalls eine Wartung und Auffüllung des Löschmittels an. Sollte der Feuerlöscher sichtbar Schaden genommen haben durch andere Gegebenheiten, wie z.B. einem Wasserschaden, muss ebenfalls eine Überprüfung vorgenommen werden.

Bei günstigeren Modellen rechnet sich eine Wartung oder Wiederauffüllung oftmals nicht, da diese den Kaufpreis übersteigt. Deshalb sollten Sie individuell entscheiden, ob Sie den Löscher trotzdem warten lassen oder sich einen Neuen kaufen, der erneut eine zweijährige Garantie hat.