Wenn die Lärmbelästigung zur Gefahr wird

Lärm am ArbeitsplatzNicht nur auf Baustellen oder in Fertigungshallen kann Lärm entstehen. Auch in einem Büro sind die Mitarbeiter so mancher Lärmquelle ausgesetzt. Doch dieser sollte hier nach Möglichkeit vermieden oder wenigstens reduziert werden, denn störende Geräusche und Schall können die psychische und körperliche Gesundheit gefährden.

Die Lärmquellen hierfür sind vielfältig. So können es beispielsweise einfach bloß Gespräche von Kollegen sein, die diese am Telefon oder miteinander führen. Aber auch technische Geräte wie Drucker, Telefonanlagen, Klimaanlagen und sogar Tastaturen können störende Geräusche und Lärm verursachen. Zu guter Letzt kann auch eine Lärmbelästigung von draußen, wie z.B. Baustellen oder hohes Verkehrsaufkommen vor dem Büro die Konzentration arg stören

Eingeschränkte Konzentration

Die Konzentrationsfähigkeit eines Beschäftigten kann durch diese vielfältigen Lärmquellen stark beeinträchtigt werden. Sitzen in einem Raum beispielsweise mehrere Kollegen; eine Kollegin tippt fleißig und druckt dabei eine Vielzahl an Formularen, ein Kollege telefoniert und diskutiert mit einem Kunden und draußen auf der Straße werfen die Bauarbeiter immer wieder die lauten Geräte an.

Die dritte Person im Raum möchte indes ein wichtiges Dokument bearbeiten. Trotz verzweifelten Versuchen klappt es mit der Konzentration auf diesen wichtigen Arbeitsauftrag nicht. Warum? Weil alle an der Arbeitsstätte vorkommenden Geräusche im Zusammenspiel die Konzentrationsfähigkeit stark einschränken. Die für die Person nicht notwendigen Geräusche lenken ab. So fällt die eigene Arbeit schwerer und häufiger als sonst werden Fehler unterlaufen.

Geräusche stören unterschiedlich – Wie wirkt sich Lärm am Arbeitsplatz aus?

Menschen empfinden Lärm individuell und als unterschiedlich störend. Grundsätzlich lässt sich jedoch sagen, dass Sprache mehr ablenkt, als monotone Geräusche wie sie z.B. von Klimaanlagen, Druckern oder durch hohes Verkehrsaufkommen vor dem Fenster ausgehen.

Nichtsdestotrotz können alle Arten von Lärm zu Stress, vorzeitiger Ermüdung und Kopfschmerzen führen. Und ab diesem Punkt werden Geräusche dann zu Stress und somit zur Gefahr für Mitarbeiter und kann daher schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.

Grenzwerte für den Arbeitsplatz – was ist erlaubt?

Denn für die Bürotätigkeiten gilt es Lärmbelästigungen und Schallpegel so niedrig wie möglich zu halten. Hierfür gibt es genaue Vorgaben. Bei geistigen Tätigkeiten, welche eine hohe Konzentration erfordern, darf der Beurteilungspegel maximal 55 Dezibel betragen. Bei Tätigkeiten mir höheren Routineanteil darf er bis zu 70 Dezibel gehen. Wichtig zu wissen ist auch, dass es im Büroraum nicht hallen darf. Diese genauen Vorgaben macht die technische Regel für Arbeitsstätten ASR A3.7 „Lärm“. Bei weiteren Nachfragen zur Verordnung hilft die Fachkraft für Arbeitssicherheit weiter.

Wie kann Lärm vermindert werden?

Jeder Beschäftigte kann helfen Krach und Unruhe in den Büroräumen zu verringern. So sollten Gespräche mit anderen Personen z.B. in separaten Räumen geführt werden. Für Telefonate ist die Verwendung eines Headsets hilfreich und empfehlenswert. Apropos Telefon, stellt den Klingelton am besten auf ein sanftes Geräusch ein.

Dies ist viel weniger störend als ein schrilles Klingeln, das alle paar Minuten ertönt. Bei vielen Geräten kann man auch anstelle eines Klingeltons ein Leuchtsignal, also ein blinkendes Lämpchen, einstellen. Sprecht das aktuelle Thema doch einmal ganz sachlich bei eurem Arbeitgeber und Kollegen an.

Der Kopierer könnte z.B. in einen externen Raum gestellt werden, somit werden Druckgeräusche im Büro nicht hörbar. Der regelmäßige Gang zum Büro hilft dabei auch noch etwas Bewegung in den Arbeitsalltag zu integrieren.

Lärm von draußen kann man ganz einfach reduzieren, indem man auf gezieltes Stoßlüften setzt, anstatt permanent offene Fenster zu haben und damit pausenlos hereindringenden Straßenlärm hineinlässt.

Diese und weitere Punkte werden in der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt und geklärt. Auch bei dieser hilft euch eure Fachkraft für Arbeitssicherheit weiter. Sprecht sie doch am besten einmal gezielt auf die Gefahrenquelle Lärm im Büro an.

Was können Sie zur Vermeidung von Lärmbelästigung tun? Das TOP-Prinzip!

Lärm im BüroNach dem sogenannten TOP-Prinzip lassen sich die soeben genannten Maßnahmen wohl unter dem O- den organisatorischen Mittel einordnen. TOP steht für technische, organisatorische sowie personenbezogene Maßnahmen.

Doch auch technische als auch personenbezogene Schritte können helfen Lärmbelästigungen am Arbeitsplatz zu reduzieren. So können z.B. schallabsorbierende Materialien für Decken und Wände verwendet werden oder auch schalldämmende Trennwände aufgestellt werden. Teppichböden können störenden Trittschall reduzieren.

Als personenbezogene Hilfsmittel gelten bspw. Ohrstöpsel als Gehörschutz. Jedoch sind diese nach der technischen Regel für Arbeitsstätten, ASR A3.7 „Lärm“, nur als letztes Instrument und auch nur übergangsweise anzuwenden.

Unterstützung vom Arbeitsschutz Zentrum Petrich

Ihr habt noch weitere Fragen zu diesem Thema, braucht Unterstützung bei der Anpassung oder Erstellung eurer Gefährdungsbeurteilung oder Hilfe bei der Umsetzung der Vorschriften? Oder braucht ihr noch passende Produkte zum Beispiel für Themen wie passender Lärmschutz?

Wir helfen euch unter den bekannten Kontaktmöglichkeiten gerne weiter und sorgen gemeinsam mit euch dafür, dass auch euer Betrieb sicherer wird. Stellen Sie mit uns die Gesundheit der Mitarbeiter an die erste Stelle!

Euer Arbeitsschutz Zentrum Petrich