Neuer Arbeitsschutzstandard SARS-CoV-2 veröffentlicht

Arbeitsschutzstandard SARS-CoV-2Sicherheits- und Gesundheitsschutz haben oberste Priorität, wenn es um Arbeit in Zeiten der Coronavirus-Pandemie geht. Dem Arbeitsschutz kommt dabei eine zentrale Rolle zu.

Die Bundesregierung hat daher einen neuen Arbeitsschutzstandard, SARS-CoV-2, veröffentlicht. Dieser formuliert konkrete Anforderungen an den Arbeitsschutz in Zeiten der Coronavirus-Krise und gibt dabei unter anderem die folgenden Eckpunkte an:

1. Arbeitsschutz gilt weiter!

Und nicht nur das! Die Gefährdungsbeurteilung muss in jedem Unternehmen angepasst werden. Dabei ist drauf zu achten, dass die betriebliche Maßnahmen zum Infektionsschutz vor SARS-CoV-2 ergänzt und umgesetzt werden.

Gerade bei den nun geplanten Lockerungen der Maßnahmen und dem damit verbundenen langsamen und schrittweisen Hochfahren der Wirtschaft kommt die Anpassung der Gefährdungsbeurteilung eine tragende Rolle zu und steht nicht umsonst an erster Stelle der aktuellen Standards des BMAS für Arbeitsschutz.

2. Arbeitsschutzexperten bei der Umsetzung des Arbeitsschutzstandards einbinden und das Angebot arbeitsmedizinischer Vorsorge ausweiten

Betriebsärzte sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit sind bei der Schaffung geeigneter Arbeitsschutzstandards und der damit verbundenen Anpassung der Gefährdungsbeurteilung unbedingt einzubeziehen.

Sie beraten den Arbeitgeber bei der Umsetzung des SARS-CoV-2-Arbeitsschutzstandards und unterstützen zum Beispiel bei Anpassung der schon erwähnten Gefährdungsbeurteilung, bei der Durchführung von Unterweisung und weiteren Aufgaben, um die notwendigen Schutzmaßnahmen wirksam im betrieblichen Alltag zu verankern.

In einigen Betrieben ist es auch sinnvoll einen eigenen Ausschuss zu gründen, der sich ausschließlich mit dem Thema COVID 19 befasst. Die aus der Gefährdungsbeurteilung resultierende arbeitsmedizinische Vorsorge ist dringend und schnellst möglich umzusetzen.

So kann es zum Beispiel sein, dass in einem besonderen Bereich Schutzmasken FFP 2 oder höher getragen werden müssen. Hier ist eine Angebotsvorsorge vorgesehen.

3. Abläufe müssen so organisiert werden, dass die Beschäftigten möglichst wenig direkten Kontakt zueinander haben

Schichtwechsel, Pausen oder Anwesenheiten im Büro müssen also durch geeignete organisatorische Maßnahmen entzerrt werden. Ziel muss es sein, Kontakte von Beschäftigten untereinander auf ein absolutes Minimum zu reduzieren. Solange es im Unternehmen die Möglichkeit gibt Home- oder Mobileoffice zu ermöglichen, sollte den Mitarbeitern dies auch möglich gemacht werden.

Doch Achtung! Auch hier muss, so gut es möglich ist, eine Gefährdungsbeurteilung für das Homeoffice erstellt werden. Es ist in Anbetracht der Sache sinnvoll diese Punkte in die eigenen firmeninternen Arbeitsschutzstandards zu integrieren und als dauerhaften Betrachtungspunkt im Arbeitsschutz-Management zu implementieren.

4. Zusätzlichen Schutz bei unvermeidlichem direktem Kontakt sicherstellen

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen nicht nur in der Freizeit sondern gerade auch im Unternehmen ausreichend Abstand zueinander einhalten. Dies bedeutet also, dass mindestens 1,50m zu anderen Personen einzuhalten sind.

Wo dies, auch durch Maßnahmen der Arbeitsorganisation, nicht möglich ist, müssen alternative Schutzmaßnahmen ergriffen werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass technische Lösungen wie z.B. transparente Abtrennungen bei Publikumsverkehr oder zur Abtrennung von Arbeitsplätzen immer Vorrang zu personenbezogenen Schutzmaßnahmen hat.

Als letzter Ausweg und als Schutzmaßnahme, die ergriffen werden kann, ist sogenannter Mund-Nasen-Schutz zur Verfügung zu stellen. Dies ist aber nur umzusetzen, wenn alle anderen Schutzmaßnahmen nicht umgesetzt werden können.

Es ist weiterhin darauf zu achten, dass all diese Maßnahmen bei der Umsetzung der Arbeitsschutzstandards allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Form von Unterweisungen bekannt gemacht werden. Wichtig ist, dass die Unterweisungen natürlich, wie auch sonst immer, dokumentiert werden müssen.

5. Büroarbeit sollte weiterhin im Homeoffice ausgeführt werden

Andernfalls, so sehen es die Arbeitsschutzstandards des Bundesministeriums vor, sind für Büroarbeitsplätze die freien Raumkapazitäten so zu nutzen und die Arbeit so zu organisieren, dass Mehrfachbelegungen von Räumen vermieden wird. Oder es wird zumindest ausreichend Schutzabstand zum Schutz der Mitarbeiter ermöglicht.

Weitere Tipps für das sichere Arbeiten im Homeoffice findet ihr in unserem Blog. Dort findet ihr auch viele weitere nützliche Tipps und Infos rund um das Homeoffice, aber auch zu weiteren Themen, die helfen können, die Arbeitsschutzstandards des Bundesministeriums umzusetzen und erfolgreich in das eigene Arbeitsschutz-Management zu integrieren.

6. Betriebliche Beiträge zur Pandemievorsorge sicherstellen

Um gut auf alle Gegebenheiten vorbereitet zu sein, sollte jeder Betrieb einen Pandemie und Hygieneplan entwickelt, aufgestellt und integriert haben. Dieser kann unter anderem die folgenden Dinge beinhalten:

  • Reinigungs- und Desinfektionsplan
  • Angepasster Hautschutzplan
  • Regelungen, um bei bestätigten Infektionen diejenigen Personen (Beschäftigte und womöglich Kunden) zu ermitteln und zu informieren, bei denen durch Kontakt mit der infizierten Person ebenfalls ein Infektionsrisiko besteht sowie
  • weitere, individuell auf euer Unternehmen angepasste, wichtige Regelungen.

Wenn ihr bei der Umsetzung Hilfe benötigt dann meldet euch gerne bei uns, wir helfen euch bei der Erstellung eures betrieblichen Pandemieplans natürlich gerne weiter.

7. Psychische Belastungen der Mitarbeiter durch Corona minimieren

Weiterhin ist das Thema der psychischen Arbeitsbedingung in der Corona-Krise nicht zu unterschätzen. Zu berücksichtigende Aspekte hinsichtlich psychischer Belastungen sind u.a. mögliche konflikthafte Auseinandersetzungen mit Kunden, langandauernde hohe Arbeitsintensität in systemrelevanten Branchen sowie Anforderungen des Social Distancing.

Diese zusätzlichen psychischen Belastungen müssen im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung berücksichtigt, angepasst und daraus resultierende geeignete Maßnahmen auf den Weg gebracht werden. Wenn ihr nicht wisst, wie eine solche Gefährdungsbeurteilung umgesetzt wird, dann sind wir euer richtiger Ansprechpartner.

8. Handlungsanweisungen für Verdachtsfälle

Es sind betriebliche Regelungen zur raschen Aufklärung von Verdachtsfällen auf eine COVID-19-Erkrankung zu treffen. Insbesondere Fieber, Husten und Atemnot können Anzeichen für eine Infektion mit dem Coronavirus sein. Hierzu ist im Betrieb, wenn möglich, eine möglichst kontaktlose Fiebermessung sowie eine sofort durchzuführende Isolierung derer vorzusehen.

Beschäftigte, aber auch Kunden und andere Geschäftspartner mit entsprechenden Symptomen sind aufzufordern, das Betriebsgelände umgehend zu verlassen bzw. zuhause zu bleiben.

Eine spezielle Unterweisung, welche durch Besucher vor einem Besuch auszufüllen sind, sind ratsam und sollte in Absprache mit dem Betriebsarzt erstellt werden. Ich persönlich empfehle aber Besuche auf ein absolut notwendiges Minimum zu reduzieren und eher den digitalen Austausch in Bild und Ton zu wählen.

9. Persönliche Schutzausrüstung (PSA)

Es sind einige neue, wichtige Regeln für die Nutzung und Bereitstellung der persönlichen Schutzausrüstung in den Arbeitsschutzstandards erlassen wurden. So muss z.B. besonders strikt auf die ausschließlich personenbezogene Benutzung jeglicher PSA und Arbeitsbekleidung geachtet werden.

Ebenso muss die personenbezogene Aufbewahrung von Arbeitsbekleidung und PSA getrennt von der Alltagskleidung ermöglicht werden. Am besten eignet sich für die Aufklärung und Information eine Unterweisung eurer Mitarbeiter durch eure Fachkraft für Arbeitssicherheit. Wir bieten diese auch auf elektronischem Wege an. Bei Interesse einfach einen Termin mit einem unserer Fachkräfte vereinbaren!

10. Niemals krank zur Arbeit!

Last but not least – Personen mit erkennbaren Symptomen (u.a. Fieber, Erkältungsanzeichen, Atemnot) verlassen den Arbeitsplatz unverzüglich bzw. bleiben gleich zu Hause. Der Arbeitgeber ist hier für die Umsetzung verantwortlich. Mitarbeiter sollten so sensibilisiert werden, dass sie erst gar nicht krank zur Arbeit kommen.

Für Mitarbeiter, welche sich krank fühlen, ist der folgende Weg zum Schutze der Hausärzte einzuhalten. Denn die betroffenen Personen sollten sich umgehend zunächst telefonisch zur Abklärung an einen behandelnden Arzt oder das Gesundheitsamt wenden.

Bei diesem Punkt sind nicht nur Arbeitgeber, sondern auch alle Beschäftigten gefragt. Überprüft eure gesundheitliche Situation vor Arbeitsbeginn, um euch und auch eure Kollegen und Vorgesetzten nicht in Gefahr zu bringen.

Nur ein kleiner Überblick

Natürlich war dies noch längst nicht alles, sondern nur ein kleiner Auszug der prägnantesten Punkte. Wenn ihr mehr über die Inhalte wissen wollt, hilft euch der Podcast „Mission Safety“ von Maik Petrich weiter. Aber auch unsere Mitarbeiter vor Ort im Arbeitsschutz Zentrum Petrich sind gerne für euch da. Einfach unter der bekannten Telefonnummer anrufen und gegebenfalls einen Termin absprechen.

Arbeitsschutzstandard Covid-19Übrigens, die bisherigen Standards sind zwar nicht förmlich als Rechtsnorm verabschiedet worden. Allerdings konkretisiert der neue Arbeitsschutzstandard Sars-Cov-2 die Pflichten aus dem Arbeitsschutzgesetz.

Nach diesem Gesetz sind Arbeitgeber verpflichtet die jeweils erforderlichen Maßnahmen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes zu treffen. Zögert also nicht und bindet die neuen Pflichten und Verantwortungen schnellstmöglich in euren betrieblichen Arbeitsschutz ein.

Wir helfen gerne und sind für Fragen und zur Hilfe für euch da. Seit heute auch wieder vor Ort bei unseren Kunden, natürlich unter Beachtung aller erforderlichen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen. Meldet euch einfach unter den bekannten Kontaktmöglichkeiten bei uns und wir machen euren Betrieb gemeinsam Coronasicher. Aktuelle Informationen findet ihr auf der Seite des BMAS.

Euer Arbeitsschutz Zentrum Petrich.