Betrieblicher Gesundheitsschutz – Ihre Pflicht, unsere Aufgabe

Gesetzliche UnfallversicherungDas Arbeitsschutzgesetz ist die Grundlage des Gesundheitsschutzes. Die Einhaltung gehört zu einer der Unternehmenspflichten. Wir informieren Sie hier, worum es sich genau handelt und geben zudem eine Übersicht über die wichtigsten Fakten rund um dieses Thema.

Was ist der betriebliche Gesundheitsschutz?

Gesundheitsschutz mit betrieblichem Fokus beschäftigt sich mit den langfristigen Auswirkungen der Arbeit auf die Gesundheit der Beschäftigten. Um die Leistungsfähigkeit und Gesundheit zu bewahren, werden zahlreiche Maßnahmen ergriffen, die die Prävention arbeitsbedingter Gesundheitsstörungen, Unfälle und Berufskrankheiten zum Ziel haben.

Bei berufsbedingten Erkrankungen sind Beschäftigte in einem konkreten Beruf stärker von einer Krankheit betroffen als die restliche Bevölkerung. Dabei betrifft es nicht nur Personen, die an ihrem Arbeitsplatz regelmäßig in Kontakt mit gesundheitsschädlichen Stoffen kommen, sondern auch Menschen, die einer Bürotätigkeit nachgehen. Beispiele für bürotypische Krankheiten sind Sehnenscheidenentzündungen oder Rückenerkrankungen.

Das bedeutet, dass der Unternehmer dazu verpflichtet ist, seine Arbeitnehmer vor diesen gesundheitlichen Gefahren mithilfe von präventiven Konzepten zu schützen.

Unterschied zum Arbeitsschutz

Gesundheitsschutz ist ein Teilgebiet des Arbeitsschutzes. Zusammen mit Arbeitssicherheit bilden sie die Säulen des Arbeitsschutzes. Die Sicherheit bei der Arbeit soll einen Zustand ermöglichen, in dem die Ausübung des Berufs gefahrenfrei möglich ist. Arbeitsschutz zielt allgemein auf die Verhütung von Arbeitsunfällen und das gesundheitliche Wohlbefinden der Beschäftigten ab.

Wozu Arbeitsschutz?

Medizinische Vorsorge

Fehlende Mitarbeiter kosten dem Unternehmen viel Geld. Insbesondere in einem kleinen Betrieb kann der Ausfall einer Person bedeuten, dass der Betriebsablauf nicht mehr wie gewohnt stattfinden kann. Durch ein funktionierendes Gesundheitsmanagement können Krankheiten und Unfälle verhindert und damit Krankheitstage und Fehlzeiten reduziert werden. Weitere relevante Themen finden Sie unter: www.arbeitsschutz-zentrum-petrich.de/

Gesundheitsschutzmaßnahmen

Beim Arbeits- und Gesundheitsschutz wird zwischen Verhältnis- und Verhaltensprävention unterschieden. Die Verhältnisprävention ist der Verhaltensprävention übergeordnet, aber der Arbeitgeber ist trotzdem zu Präventionsmaßnahmen in beiden Bereich verpflichtet. Das Durchführen einer Wirksamkeitskontrolle sollte zudem erfolgen.

Die Verhältnisprävention beschäftigt sich mit der Verbesserung allgemeinen Arbeitsbedingungen und -strukturen. Arbeitsplatz, -abläufe und -mittel werden dabei nach gesundheitsförderlichen Maßstäben optimiert. Der Zweck ist eine Reduktion der psychischen Fehlbelastungen und Gefährdungsfaktoren der Arbeitsumwelt.

Es müssen Vorkehrungen getroffen werden, um Gefährdungen zu beseitigen oder zumindest zu verringern. In einem Büro sollte darauf geachtet werden, dass das Büromobiliar ergonomisch abgestimmt ist, keine Stolperfallen auf dem Boden liegen, insgesamt ausreichend Platz ist und auch die Temperatur, Beleuchtung und Lautstärke optimal angepasst sind. Aber auch die Gestaltung der Arbeitszeiten spielt eine Rolle.

Darüber hinaus gibt es auch die Verhaltensprävention, bei der die individuelle Betrachtung der Arbeitnehmer vorgenommen wird. Im besten Fall motiviert das die Angestellten Gesundheitsrisiken zu vermeiden. Das Ziel ist das Erreichen eines gesteigerten Gesundheitsverhalten durch die Veränderung des Lebensstils.

Beispielsweise zählen Trainings, die auf das richtige Sitzen und Tragen abzielen, als Beispiele für diese Präventionsart. Angebote wie Kurse zum richtigen Umgang mit Arbeitsmitteln (Gefahrstoffe), aber auch zur Raucherentwöhnung und Stress-Bewältigung gehören ebenfalls in diese Kategorie. Es beginnt aber bereits mit der richtigen und hinreichenden Handhygiene, um die Gefahr vor übertragbaren Krankheiten zu verringern.

Weitere Vorhaben können sein: Zuschüsse zu Kursen in Sportvereinen, Fahrsicherheitstrainings, Aktionen für gesundes Essen in der Kantine und viele mehr. Der Umfang des Maßnahmenpaketes ist abhängig von den Gefahren, die die Belegschaft ausgesetzt ist. Fragen Sie gezielt Ihren Chef oder die Personalabteilung nach den Optionen.

Arbeitsmedizinische Vorsorge

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Arbeitsschutzes sind die vorsorglichen Vorkehrungen. Eine Untersuchung von einem zuständigen Betriebsarzt sollte in regelmäßigen Abständen erfolgen. Somit kann unter Umständen gewährleistet sein, dass gefährliche Krankheiten frühzeitig entdeckt und entsprechend behandelt werden können. Es gibt drei verschiedene Vorsorgearten: Pflichtvorsorge, Angebotsvorsorge und Wunschvorsorge.

Pflichtvorsorge: Die Veranlassung dieser Art muss von der Geschäftsleitung ausgehen und ist eine Voraussetzung zur Tätigkeitsausübung. Die Vorsorgeuntersuchung muss vor Beginn der Tätigkeit und danach in geregelten Abständen erfolgen.

Angebotsvorsorge: Hierbei handelt es sich um Angebote für die Mitarbeiter, die bei bestimmten gefährdenden Tätigkeiten angeboten werden müssen. Als Beispiel können Vorsorgemaßnahmen, bei Tätigkeiten an Bildschirmgeräten genannt werden. Dafür erfolgt eine Untersuchung der Augen und des Sehvermögens. Für einige Tätigkeitsausübung benötigen die Mitarbeiter spezielle Sehhilfen. Der Arbeitgeber muss sie zur Verfügung stellen.

Wunschvorsorge: Bei dieser Vorsorgeart werden weitere, nicht vorgeschriebene Vorsorgemaßnahmen vom Chef auf den Wunsch der Beschäftigten gewährleistet. Dies ist durchgeführt, sofern es möglich ist, dass die Arbeitsbedingungen einen Gesundheitsschaden herbeiführen können.

Beurteilung der Gefährdungssituation

Betrieblicher GesundheitsschutzEs ist verpflichtend regelmäßig Gefährdungsbeurteilungen durchzuführen. Das erste Mal muss vor Arbeitsbeginn erfolgen. Spätestens aber alle zwei Jahre danach sollte eine Wiederholung der Überprüfung stattfinden. Die ist dafür da, um neue Informationen und Veränderungen einfließen zu lassen und die Gefahrensituation unter Umständen neu zu bewerten. Was es dabei noch zu beachten gibt, können Sie auf der Seite www.arbeitsschutz-zentrum-petrich.de/leistungen/gefaehrdungsbeurteilung/ nachlesen.

Zertifiziertes betriebliches Gesundheitsmanagement

Es gibt verschiedene Standards und Zertifizierungen für ein betriebliches Gesundheitsmanagement. Dabei wird anhand von Leitlinien eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt und entsprechend passende Schritte für den Schutz der Arbeiter eingeleitet. Dadurch wird die Sicherheit und das Wohlbefinden dauerhaft gesteigert. Ein Beispiel ist die Zertifizierung nach ISO 45001.

Unternehmerpflicht

Es gibt zahlreiche gesetzliche Vorschriften, die die Geschäftsleitung dazu verpflichten ausreichend Unfallverhütungsmaßnahmen zu treffen. Der Arbeitgeber ist allein für die Einhaltung der Bestimmungen zuständig.

Er steht zudem in der Pflicht die Erste Hilfe zu organisieren sowie Fachkräfte für Arbeitssicherheit und einen Betriebsarzt zu bestellen. Die Fachkräfte sind dazu da, die Geschäftsleitung bei der Durchführung der Sicherheitsmaßnahmen zu unterstützen. Dafür müssen spezielle Fortbildungen für das Personal stattfinden. Unter www.arbeitsschutz-zentrum-petrich.de/leistungen/fachkraft-fuer-arbeitssicherheit/ erfahren Sie welche Aufgabe eine FaSi hat.

Da Gesundheitsmaßnahmen auch teils sehr hohe Kosten verursachen, liegt es nicht immer im primären Interesse eines Unternehmers diese einzuhalten. Wenn ein Unternehmen einen Betriebsrat hat, hat dieser dafür Sorge zu tragen, dass die Aufgabe ordnungsgemäß durchgeführt wird.

Der Betriebsrat analysiert die Ausgangssituation und bereitet Vorschläge vor, welche Maßnahmen durchgeführt werden sollten. Allerdings hat die Geschäftsführung einen gewissen Spielraum und muss nicht jeder Anregung Folge leisten.

Sobald die Geschäftsleitung jedoch eine Anweisung erlässt, die im Zusammenhang mit dem Gesundheitsschutz steht, wie z.B. ein Rauchverbot am Arbeitsplatz, gilt diese bindend. Ein Verstoß kann in letzter Konsequenz eine Kündigung nach sich ziehen.

Steuerliche Vorteile

DGUV

Der Unternehmer kann jedem Mitarbeiter 500€ jährlich steuer- und sozialversicherungsfrei Leistungen aus dem Bereich des Gesundheitsschutzes bezahlen oder bezuschussen. Voraussetzung ist, dass diese Unterstützung zusätzlich zum Arbeitslohn entrichtet wird und die zu unterstützenden Kurse oder Trainings bestimmte Kriterien erfüllen.

Eine Erstattung der Kosten ist nur möglich, sofern es sich um Mittel zur Verbesserung des allgemeinen Gesundheitszustandes handelt oder die betriebliche Gesundheitsförderung fokussiert. Die besuchten Kurse müssen die Kriterien des Leitfadens „Prävention“ des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenkassen erfüllen, daher ist die Übernahme der Beiträge für den normalen Besuch eines Fitnessstudios nicht machbar.