Gesund im Homeoffice! – 5 Dinge, die ihr jetzt wissen müsst.

Die Corona-Krise verändert derzeit massiv das Arbeitsleben. Gesund im HomeofficeViele Arbeitgeber haben, sofern möglich, ihre Mitarbeiter ins Home-Office geschickt. Was auf den ersten Blick wie eine Entlastung für Angestellte wirkt, bringt aber neue Herausforderungen mit sich und kann bei falschen Verhaltensweisen tatsächlich ungesund werden.

Wir geben euch deshalb 5 einfache Tipps an die Hand, damit das Homeoffice nicht eure Gesundheit gefährdet.

1. Trennt „Home“ und „Office“

Richtet euch einen möglichst ungestörten Platz in eurer Wohnung als Arbeitsplatz ein. Dieser fungiert als fester Arbeitsplatz. Das bedeutet hier und nur hier wird gearbeitet! Egal ob ihr nun ein separates Arbeitszimmer habt oder der provisorische Schreibtisch in Küche oder Wohnzimmer steht – sorgt dafür, dass während der Arbeit eine ruhige Atmosphäre herrscht.

Denn auch wenn es auf den ersten Blick reizvoll erscheint, dass die Arbeit vom Sofa erledigt werden kann, oder es unkomplizierter wirkt die E-Mails schnell über das Smartphone zu checken, ist es wichtig, dass gesundheitsgerecht gearbeitet wird.

Sowohl bei Telearbeit als auch bei mobiler Arbeit (den Unterschied und weitere wichtige Infos findet ihr in unserem Blogbeitrag über das Arbeiten im Homeoffice) gilt die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV). Diese regelt die Sicherheit und den Schutz der Gesundheit von Angestellten bei der Verwendung von Arbeitsmitteln.

Das bedeutet, als Arbeitgeber ist man in der Pflicht, vor der Verwendung der Arbeitsmittel, z.B. Laptops, die auftretenden Gefährdungen zu beurteilen und gegebenenfalls Schutzmaßnahmen abzuleiten (§ 3 BetrSichV) und seine Mitarbeiter zu unterweisen. Weitere Informationen erhaltet Ihr von der verantwortlichen Fachkraft für Arbeitssicherheit (Sifa).

2. Sorgt für eine Tagesstruktur

Strukturiert in den Tag zu starten, fällt manchen Menschen im Homeoffice schwerer als im normalen Berufsalltag. Dies liegt daran das die Umgebung zum Wohnen und Arbeiten dieselbe ist und der vermeintlich kurze Arbeitsweg lockt ein wenig länger im Bett zu bleiben und auszuschlafen.

Doch auch wenn es schwerfällt, stellt euch wie gewohnt euren Wecker und legt früh los! Fertigt euch einen Zeitplan für den Homeoffice-Tag an und haltet euch dann auch an diesen. Startet also z.B. so in den Tag, als ob ihr ins Büro gehen würdet. Steht wie gewohnt auf, kocht euch einen Kaffee oder Tee, frühstückt zur gewohnten Zeit, bringt die Kinder zur Schule oder Kita (sofern derzeit möglich).

Ersetzt den durchs Home-Office entfallenden Arbeitsweg durch einen kleinen Spaziergang, das bringt den Kreislauf in Schwung und versorgt den Körper mit Sauerstoff, außerdem fällt der „aus dem Bett zur Arbeit“ Effekt weg. Danach setzt ihr euch dann zu eurer gewohnten Arbeitszeit ohne Ablenkung an den Schreibtisch und vor den Computer, wo ihr alle eure zu erledigenden Aufgaben nach und nach abarbeitet. So verleiht ihr eurem Tag Struktur und arbeitet fokussierter.

3. Achtet auch bei social distancing auf genug zwischenmenschliche Interaktion

Trotz Homeoffice soziale Kontakte pflegenIm Homeoffice arbeitet man allein. Doch die zwischenmenschliche Komponente sollte trotzdem nicht zu kurz kommen. Denn ohne die Unterstützung der Kolleginnen und Kollegen, aber auch ohne den täglichen Austausch und Tratsch, kann es leicht passieren, dass man sich ausgeschlossen, gar einsam, fühlt.

Dies belastet die Psyche. Verständigt euch also sich im Team über die Kommunikationskanäle, die ihr nutzen wollt und legt fest, welche Kanäle für welche Art von Informationen geeignet sind (z. B. Chats für kurze informelle Infos, E-Mails und Telefonate für den formellen Austausch).

Verabredet euch doch sonst auch einfach mal zum virtuellen Frühstück, Mittagessen, Nachmittagskaffee oder Feierabend-Drink per Video-Chat. Hier steht nicht der berufliche, sondern der persönliche Austausch im Vordergrund! Somit fördert ihr das Zugehörigkeitsgefühl sowie die Leistungs- und Arbeitsfähigkeit im Team.

4. Achtet auf die richtige Ernährung

Schaffe dir geregelte Mahlzeiten – sie unterstützen dich in deinem gesamten Alltag. Am besten planst du deine Mahlzeiten fix in den Kalender ein, so als ob es Geschäftstermine wären. Dies hilft dir bewusst zu essen und nicht nur nebenbei etwas zu snacken.

Deine Pausenzeiten und deine Erholung sind im Homeoffice genauso wichtig wie im Büro. Da man sich im Home-Office eher wenig bewegt, ist es ebenso wichtig, gesunde Entscheidungen zu treffen, also gesunde, frische Lebensmittel zu sich zu nehmen und nicht die Fertigpizza mal eben in den Backofen zu schieben. Dies hat übrigens einen weiteren positiven Nebeneffekt: Gesunde Lebensmittel helfen, dass wir uns länger und besser konzentrieren können.

Oft fühlen wir uns übrigens hungrig, obwohl der Körper eigentlich durstig ist. Achtet also darauf immer genügend zu trinken, dies hilft auch eurer Konzentration und der Hirnleistung. Habt also am besten immer eine große Flasche oder Karaffe Wasser griffbereit bei euch am Schreibtisch stehen.

5. Achtet auf ausreichende Bewegung und Sitzpausen

Der Weg zur Arbeit und die vielen kleinen Strecken, die wir täglich im Büro zurücklegen – zum Beispiel zum Meetingraum, an den Kopierer, in die Kaffee-Ecke oder die Kantine – lassen sich am heimischen Arbeitsplatz nur schwer nachahmen.

Durch einen langfristigen Bewegungsmangel im Homeoffice leidet jedoch unsere Produktivität, da wir schnell ermüden und uns schlecht konzentrieren können. Außerdem fehlt auch ein Homeoffice kann die Gesundheit gefährdenwichtiges Ventil, um Stress abzubauen. Ebenso entstehen die typischen Bürosymptome und -krankheiten wie Rückenschmerzen, Nackenverspannungen oder dicke Beine.

Umso wichtiger ist es also, möglichst viel Bewegung in den Arbeitsalltag im Homeoffice zu integrieren. So empfehlen wir, Routinen zu entwickeln wie zu jeder vollen Stunde einmal aufstehen und dehnen, eine Runde durch die Wohnung drehen, einmal vor die Haustür treten und frische Luft schnappen, o.ä.

Auch können ernstzunehmende Erkrankungen wie Übergewicht, Rückenschmerzen oder Herz-Kreislauf-Beschwerden auf lange Sicht zu den Folgen von Bewegungsmangel gehören. Und was wir angesichts von COVID-19 außerdem keineswegs vernachlässigen sollten, ist eine potenzielle Schwächung des Immunsystems, die auf Bewegungsmangel folgen kann.

Also nutzt doch das Plus an Zeit, welches ihr z.B. durch den entfallenden Arbeitsweg gewinnt, für etwas sportliche Betätigung nach getaner Arbeit. Dies ist auch gleich noch ein guter Weg, um den Feierabend einzuläuten und klar von dem Bürotag abzugrenzen.

Leutet den Feierabend mit einem Ritual ein

Und somit sind wir auch schon am Ende und auch dem wichtigsten Punkt angelangt. Der Feierabend sollte durch eine symbolische Handlung eingeläutet werden, welche sich jeden Abend wiederholt. Denn so wird dem Kopf klar es ist Feierabend und dieser wird deutlich vom Tag im Home-Office abgegrenzt. Gestalte dir deinen Übergang zum Feierabend und erst recht den ins Wochenende mit einer Aktion, die wie ein Gong klarmacht: Schluss mit Arbeit!

Gesetze und Regelungen gelten weiterhin

Übrigens: es gelten auch im Home-Office die Regelungen und Vereinbarungen zum Schutz eurer Sicherheit und Gesundheit. Dazu zählt auch das Arbeitszeitgesetz. Dies bedeutet: auch im Home-Office sollte ein normaler Arbeitstag nicht länger als acht Stunden – maximal jedoch zehn Stunden dauern.

Ein Arbeitstag von mehr als zehn Stunden ist in der Regel nicht zulässig. Ausnahmen gibt es nur bei bestimmten Tarifverträgen. Die Verlängerung eines Arbeitstages kann eurer Gesundheit schaden und auch eure Leistung beeinträchtigen.

Tipps, um im Homeoffice gesund zu bleibenVerzichtet daher auf zu viele Überstunden bei der Heimarbeit. Auch wenn man oft das Gefühl haben mag, gerade dort besonders lange oder gar ununterbrochen erreichbar sein zu müssen, um so zu zeigen, dass man zu Hause genauso produktiv ist wie im Büro.

Doch wie im Büro sollten auch im Home-Office regelmäßig Pausen gemacht werden. Spätestens nach sechs Stunden, besser aber schon früher. Arbeitszeiten über acht Stunden sind aufgrund gesetzlicher Vorgaben aufzuzeichnen, unabhängig vom Arbeitsort und unabhängig von vereinbarter Vertrauensarbeitszeit. Allgemein empfehlen wir euch: Dokumentiert eure Arbeitszeiten im Home-Office, um eine bessere Übersicht über die geleisteten Stunden zu haben.

Bei weiteren Fragen rund zum Thema Home-Office, aber auch zum betrieblichen Arbeitsschutz und Gesundheitsschutz generell, stehen wir euch unter unseren allgemeinen Öffnungszeiten unter den bekannten Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung. Unser Büro bleibt auch während Corona für euch besetzt und unser Service für euch erhalten.

Bleibt gesund!

Eurer Arbeitsschutz Zentrum Petrich